Dienstag, 28. Februar 2017

28-2-2017 Vehicle abholen


Auf Maui vielleicht ohne Auto auszukommen erweist sich als Schnapsidee. Die Insel ist größer als gedacht. Und Fahrrad fährt auch keiner. Wir brauchen ein Auto.
Aber der Reihe nach. Gestern Abend hat uns das Taxi vom Flughafen in die dunkelste Ecke von Maui gebracht. Wir sind erst nach 22 Uhr Ortszeit angekommen. Ein massives Tor, eine kleine Pforte, kein Licht.  Dahinter: Urwald. Finsternis. Ich also ohne Rücksicht auf eventuelle Anwesenheit von Hunden, Alligatoren oder schießwütigen Cowboys rein in den Wald. Nach 100 m zeigt sich ein Lichtelein, wie bei Hänsel und Gretel. Und dann sind das wirklich unsere Gastgeber: Dagmar aus Westfalen und Bart aus Holland. Kein Hund im Haus. Böse Tiere gibt’s auf Hawaii gar nicht, aber das weiß ich erst seit heute.

Wir haben ein Cottage – das ist so ein kleines Holzhaus mit 2 Etagen. Unten living room, oben bedroom. Küche ist draußen, im Freien. Da ist natürlich ein Dach drüber, und sie ist komplett eingerichtet: Gas, Mordsgrill, Warmwasser, Strom, Toaster, alles da. Kühlschrank und Mikrowelle sind im Häuschen. Das scheint hier keine Ausnahme zu sein. Es spielt sich alles im Freien ab.
Gleich kommt ein Foto von unserem Abendbrot. Schönes dickes Steak. Es regnet dabei natürlich wieder mal. Aber es ist ziemlich warm. Wir sind auf einer Insel in den Tropen. Da ist unterschiedliches Wetter ganz normal. Meist liegt dann die andere Seite der Insel in der Sonne. Aber nicht heute.

 
Sanitär und Dusche sind auch draußen. Da sind sogar Wände rum. Es ist ok, Warmwasser usw. vorhanden. Aber die Dusche hat kein Dach! Hanne kommt gerade vom Duschen rein und sagt, dass Abtrocknen sinnlos ist. Es regnet ja oben rein. Lustig.
Das ganze steht unter Bäumen, die wir bisher nur als Zimmerpflanzen kennen. Exotische Vögel hopsen herum.
So, aber der Reihe nach. Wir fahren also früh mit Dagmar in den Ort rein. Die beiden haben einen Surfshop. Wie praktisch. Wir waren aber noch nicht da.
Statt dessen in Paia erst mal schön gefrühstückt. Man muss ja sagen, dass Restaurants hier sehr teuer sind. Überhaupt ist alles gefühlt doppelt so teuer wie zu Hause. Außer natürlich unser Cottage. Das ist nun wieder mit 50 $ sehr preiswert, und wir finden, dass es wirklich mehr Hawaii bietet, als irgendein 0-8-15 Hotel. Wir sind auf dem Land, wir haben Anschluss, wir sind mit uns allein, es ist ganz ruhig. Und es ist nicht weit zu den bekannten Surfspots. Wir haben das Cottage durchgehend gemietet, auch wenn wir vielleicht mal wegfahren und woanders unterkommen werden.
Dann mit dem Bus weiter in die Hauptstadt Kahului. 27.000 Einwohner. An die Namen gewöhnt man sich. Ich kann sie schon ohne Stocken sprechen. Auch der Krater hier: Haleakala. Das klingt doch!
Dagmar hat uns einen Verleiher empfohlen, der alle Sorten Autos hat, auch Gebrauchtwagen. Als wir auf den Umstand hingewiesen haben, dass wir vielleicht auch mal Surfzeug zu transportieren haben, hat er sein Special Vehicle rausgeholt. Ein kleiner SUV mit Dachträger, reichlich Beulen und Rost, 180.000 km auf der Uhr. Aber innen sauber und adrett – und läuft und läuft. Das ideale Auto, um nicht aufzufallen und überall hinzukommen. 25 $ pro Tag, da sagste nix.
Weil Hanne auch gleich zugestimmt hat, fragt mich der Verleiher, wie lange man braucht, um seine Frau so zu erziehen. Tja, 19 Jahre schon. Meine Perle.

 
Catch the Spirit! Genau so!:


Weil heute halt noch schlechtes Wetter ist, umrunden wir den westlichen Teil der Insel. Das sind so 3..4 Stunden auf extremer Strasse. Immer am Steilhang entlang, oft einspurig, enge Kurven ohne Ende. Und natürlich Gegenverkehr. Wenn die unsere Schrammen sehen, machen sie gleich Platz. Die Konkurrenz fährt hier – im touristischen Teil der Insel – gern Ford Mustang oder Jeep. Die Einheimischen fahren gern die fettesten Trucks. Wir haben unser Vehicle und sind zufrieden.
 
 
Später kaufen wir noch ein. Wir leben unabhängig und versorgen uns selbst. Es gibt absolut alles, auch europäische Sachen, wenn man will. Wir wollen Angus für unseren Grill. Perfekt.
 
Natürlich gehen wir auch Essen. Wenn aber die Sonne scheint, dann geht nichts über ein Picknick oder ein Barbecue.
 
Heute ist der Blog es etwas länger, ich bitte um Entschuldigung. Aber wer´s bis hier geschafft hat, der hat sich hoffentlich nicht gelangweilt.


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