Donnerstag, 23. Februar 2017

23-2-2017 Highway Numer Two


Von Santa Cruz bis Monterey: Einen Highway NumberTwo würden wir uns wünschen. Aber dazu später.
Früh führt unser Weg durch endlose Erdbeerplantagen – Strawberry fields  forever – nach Süden. Überall stehen Schilder der Marke Dole. Die Pflanzen sind perfekt in Folie eingeschlagen und haben schon Blüten. Von hoer kommt also der ganze Segen. Symphatisch.
In einer kleinen Lagune lassen ich Seeotter die Sonne auf den Bauch scheinen, putzen die Schnäuzchen. Putzig. Seehunde spielen auch in trüben Wasser. Ach ja, auch Wale gibt´s, aber die haben wir nicht gesehen. Überhaupt sind die Amis die größten Naturschützer. Überall Reservate, State Parks, Hinweisschilder. Im Laden ist alles mindestens Bio. Auf der Milch steht wirklich: „Kuh frisst genfreies Futter. Es ist nicht möglich, in der Milch nachzuweisen, dass genfreies Futter gegeben wurde, aber glaubt es!“ – oder so ähnlich.
 
Hinter Monterey machen wir dann wieder einen längeren Spaziergang (etliche Lm) durch den Lobos Point State Park. Heute sind da tolle Ausblicke, alte Zedern und Seelöwen zu bestaunen. Früher war hier ein Stützpunkt der Walfängerei. Belassen wir es mal bei einem Ausblick and an old whalerman.



So. Auf dem Weg nach Süden soll jetzt eigentlich das schönste Stück kommen: Big Sur. Wir können die Küste sogar schon sehen.


Aber leider versperrt ein Sheriff die ganze Straßenbreite und schickt uns zurück: Die ganze Küste is closed. Es hat Erdrutsche gegeben. Wann die Number One wieder befahren werden kann, ist ganz unbestimmt, may be in a year. No way today. Einen Highway Number Two hat er auch nicht im Angebot. Die Umleitung über den Freeway im Landesinneren wäre mindestens 100 Meilen lang (160 km). Und das bei meiner Null-Bock-Einstellung zum Fahren.
Da bleiben wir lieber vor Ort und suchen uns einen Campingplatz. Der hat wie gewohnt „alles“, von Strom, Wasser, Entsorgung, Sanitäranlagen, Sat-TV bis free Internet. Super. Wenn ich links rausschaue steht ein RAM 2500 (400 PS), rechts ein F-150 (400 PS), daneben die entsprechenden Trailer. DAS sind Autos! Grade parkt wieder einer ein. Sieht aus wie der Bofrost Lieferwagen.
Ich würde ja gern was zu den Amis sagen. Aber vielleicht bin ich noch voreingenommen und sollte noch ein paar Tage abwarten. Ich liebe sie ja. Die sind - ich möchte sagen alle - so offen und herzlich und unverbindlich. Alles kein Problem. Helfen total gern. Aber drauf verlassen kannst Du Dich nicht. Für alles gibt es Rabatt. Der Supermarkt ist aufgemacht wie ein Casino. Du bekommst mehr raus, als Du einzahlst. Gestern auf dem Campingplatz hat uns der Nachbar lauthals begrüßt: Hello neighbors, kommt mal rüber, wir machen gerade Feuer. Wir hängen ein paar Tage ab mit den Kindern. Wir haben zufällig seine Quittung mit gegriffen bei  der Anmeldung: 570$ für seinen reisebusgroßes Womo für paar Tage. Hanne war etwas verwirrt, weil sie dachte, es sei unsere Quittung für 1 Nacht. Die laufen oft in Klamotten rum - so würde ich nicht zur Gartenarbeit antreten. Natürlich - wir sind hier auf dem Land. Aufs Äußere kommt es halt nicht an in dieser Gruppe. Die Oberschicht werden wir nicht kennen lernen. Von der Straße aus sehen wir manchmal Anwesen an der Küste .. einfach traumhaft. Das müssen Feriendomizile sein. Denn die nächsten großen Städte sind hunderte Meilen entfernt. Hier dagegen gibt es noch den Country Store, da kannst Du Hufeisen und Gummistiefel kaufen. Da hol ich mir gern mal die Wegbeschreibung zum nächsten Campingplatz. Ganz nette Leute alles. Auch auf Hawaii sind wir wieder auf dem Lande. Darauf freue ich mich besonders, das liegt uns viel näher als die Großkopferten.
Aber ich sag erst mal nichts. Lass mal kommen, die Amis.
Ich trau mich auch noch nicht zu fragen, was sie zu ihrem Präsidenten sagen. Hier, unweit von Mexiko. Wie frag man so was? Aber spannend ist das, und irgendwann muss ich´s wissen.


 
 
 

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