Auf Maui vielleicht
ohne Auto auszukommen erweist sich als Schnapsidee. Die Insel ist größer als gedacht.
Und Fahrrad fährt auch keiner. Wir brauchen ein Auto.
Aber der Reihe
nach. Gestern Abend hat uns das Taxi vom Flughafen in die dunkelste Ecke von
Maui gebracht. Wir sind erst nach 22 Uhr Ortszeit angekommen. Ein massives Tor,
eine kleine Pforte, kein Licht. Dahinter:
Urwald. Finsternis. Ich also ohne Rücksicht auf eventuelle Anwesenheit von Hunden,
Alligatoren oder schießwütigen Cowboys rein in den Wald. Nach 100 m zeigt sich
ein Lichtelein, wie bei Hänsel und Gretel. Und dann sind das wirklich unsere
Gastgeber: Dagmar aus Westfalen und Bart aus Holland. Kein Hund im Haus. Böse
Tiere gibt’s auf Hawaii gar nicht, aber das weiß ich erst seit heute.
Wir haben ein
Cottage – das ist so ein kleines Holzhaus mit 2 Etagen. Unten living room, oben
bedroom. Küche ist draußen, im Freien. Da ist natürlich ein Dach drüber, und sie
ist komplett eingerichtet: Gas, Mordsgrill, Warmwasser, Strom, Toaster, alles
da. Kühlschrank und Mikrowelle sind im Häuschen. Das scheint hier keine Ausnahme
zu sein. Es spielt sich alles im Freien ab.
Gleich kommt ein
Foto von unserem Abendbrot. Schönes dickes Steak. Es regnet dabei natürlich
wieder mal. Aber es ist ziemlich warm. Wir sind auf einer Insel in den Tropen.
Da ist unterschiedliches Wetter ganz normal. Meist liegt dann die andere Seite
der Insel in der Sonne. Aber nicht heute.
Sanitär und Dusche
sind auch draußen. Da sind sogar Wände rum. Es ist ok, Warmwasser usw. vorhanden.
Aber die Dusche hat kein Dach! Hanne kommt gerade vom Duschen rein und sagt,
dass Abtrocknen sinnlos ist. Es regnet ja oben rein. Lustig.
Das ganze steht
unter Bäumen, die wir bisher nur als Zimmerpflanzen kennen. Exotische Vögel hopsen
herum.
So, aber der Reihe
nach. Wir fahren also früh mit Dagmar in den Ort rein. Die beiden haben einen
Surfshop. Wie praktisch. Wir waren aber noch nicht da.
Statt dessen in
Paia erst mal schön gefrühstückt. Man muss ja sagen, dass Restaurants hier sehr
teuer sind. Überhaupt ist alles gefühlt doppelt so teuer wie zu Hause. Außer
natürlich unser Cottage. Das ist nun wieder mit 50 $ sehr preiswert, und wir
finden, dass es wirklich mehr Hawaii bietet, als irgendein 0-8-15 Hotel. Wir
sind auf dem Land, wir haben Anschluss, wir sind mit uns allein, es ist ganz
ruhig. Und es ist nicht weit zu den bekannten Surfspots. Wir haben das Cottage
durchgehend gemietet, auch wenn wir vielleicht mal wegfahren und woanders
unterkommen werden.
Dann mit dem Bus weiter
in die Hauptstadt Kahului. 27.000 Einwohner. An die Namen gewöhnt man sich. Ich
kann sie schon ohne Stocken sprechen. Auch der Krater hier: Haleakala. Das
klingt doch!
Dagmar hat uns
einen Verleiher empfohlen, der alle Sorten Autos hat, auch Gebrauchtwagen. Als
wir auf den Umstand hingewiesen haben, dass wir vielleicht auch mal Surfzeug zu
transportieren haben, hat er sein Special Vehicle rausgeholt. Ein kleiner SUV
mit Dachträger, reichlich Beulen und Rost, 180.000 km auf der Uhr. Aber innen
sauber und adrett – und läuft und läuft. Das ideale Auto, um nicht aufzufallen
und überall hinzukommen. 25 $ pro Tag, da sagste nix.
Weil Hanne auch
gleich zugestimmt hat, fragt mich der Verleiher, wie lange man braucht, um
seine Frau so zu erziehen. Tja, 19 Jahre schon. Meine Perle.
Catch the Spirit!
Genau so!:
Weil heute halt
noch schlechtes Wetter ist, umrunden wir den westlichen Teil der Insel. Das
sind so 3..4 Stunden auf extremer Strasse. Immer am Steilhang entlang, oft
einspurig, enge Kurven ohne Ende. Und natürlich Gegenverkehr. Wenn die unsere
Schrammen sehen, machen sie gleich Platz. Die Konkurrenz fährt hier – im touristischen
Teil der Insel – gern Ford Mustang oder Jeep. Die Einheimischen fahren gern die
fettesten Trucks. Wir haben unser Vehicle und sind zufrieden.
Später kaufen wir noch
ein. Wir leben unabhängig und versorgen uns selbst. Es gibt absolut alles, auch
europäische Sachen, wenn man will. Wir wollen Angus für unseren Grill.
Perfekt.
Natürlich gehen wir
auch Essen. Wenn aber die Sonne scheint, dann geht nichts über ein
Picknick oder ein Barbecue.
Heute ist der Blog es
etwas länger, ich bitte um Entschuldigung. Aber wer´s bis hier geschafft hat, der
hat sich hoffentlich nicht gelangweilt.

































